








Ich freue mich, meine neue Serie anzukündigen: Lieblingsstädte. 😊 Immer mal wieder werde ich über meine liebsten Städte schreiben, und beginnen tue ich mit London. Hier erfährst du, was ich an London liebe und wieso ich noch öfter dorthin möchte. Ich drücke es einmal mit den Worten von Samuel Johnson aus: ‚When a man is tired of London, he is tired of life.‘ (Wenn ein Mensch London müde ist, ist er des Lebens müde.)
Ich liebe London
Meine Erfahrung zeigt mir, dass viele Menschen London entweder mögen oder nicht. Kaum jemand sagte mir etwas wie: „War okay, ganz nett dort“ oder Ähnliches. Ich denke, so ist es fast mit allen Städten (oder fast allen Dingen?). Wir bilden uns schnell eine Meinung: Wir lieben es oder finden es blöd. Wenn ich das jetzt hier auch einmal so pauschal sagen darf: Ich liebe London. Natürlich habe ich bei Weitem nicht alles gesehen, und klar hat London, wie jede Stadt, auch seine weniger schönen Seiten. Aber ich schreibe hier über das Schöne im Leben, und so versuche ich auch, so ziemlich alles im Leben zu sehen. Ich war bereits dreimal in London, und jedes Mal hat die Stadt mich ins Schwärmen gebracht. Was genau mir gefiel und was wir alles bei unserem Kurztrip an einem Wochenende in London unternommen haben, möchte ich hier berichten. Einfach aus Liebe zur Stadt und zur Anregung. 😊
Harry Potter lässt grüßen
Ich, als großer Harry-Potter-Fan, wollte natürlich schon als junges Mädchen nach London. Ich verband damals bereits die Stadt mit meinem Helden Harry, der zwar nicht in London beheimatet ist, aber wo doch zumindest die Filme (in der Nähe) gedreht wurden. Ich besuchte mit meinem Mann und unserer Tochter, die damals noch ein Baby war, die Harry-Potter-Ausstellung in Köln. Das war schon was Besonderes, aber immer riefen die Filmstudios nach mir, die „Warner Bros. Studio Tour London – The Making of Harry Potter“. Und so kam es, dass mein Mann und ich wenig später dorthin reisten, um diese zu besuchen. Tatsächlich blieben wir nur eine Nacht. Mein Papa passte auf unsere Tochter auf, und wir flogen an einem Samstag früh nach London und am Sonntagnachmittag schon wieder zurück. Wir kamen früh an und nutzten den Tag noch für einen langen Spaziergang hin zum Buckingham Palace, vorbei am Bahnhof King’s Cross, und schlenderten durch die imposanten Straßen der Stadt. Die Filmstudios selbst waren gigantisch. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber alle, die mit den Filmen groß geworden sind, die „Große Halle“ und die „Winkelgasse“ lieben, kommen zu 100 % auf ihre Kosten. Vor drei Jahren waren wir noch einmal für ein Wochenende in London, diesmal mit zwei Übernachtungen. Meine Tochter und ich besuchten gemeinsam die Harry-Potter-Filmstudios (ja, sie mag Harry Potter auch 😊) und wieder war es bezaubernd. Die Kulissen, die Räumlichkeiten, die Nostalgie, es ist ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht. Ich war sehr glücklich, mit ihr zusammen in diese Welt eintauchen zu dürfen.
Sherlock Holmes, Wilhelm der Eroberer und die Abbey
London hat natürlich viel zu bieten, was kulturelle Einrichtungen angeht. Vor drei Jahren besuchten wir den „Tower of London“ mit seinem sogenannten „White Tower“, in Auftrag gegeben von Wilhelm dem Eroberer im Jahre 1078, dem Normannen, der England in kürzester Zeit eroberte und König wurde. Ein wirklich spannendes Gebäude, das in seiner Bauweise für die damalige Zeit einzigartig war. Der Tower selbst wirkt wie ein sagenumwobenes Gewirr aus alten Türmen. Hier hauste Eduard I., der Widersacher von William Wallace, vielen ein Begriff aus dem Film „Braveheart“ aus dem Jahre 1995. Die Räumlichkeiten können besichtigt werden, die Fantasie trägt einen davon in eine ferne Zeit voller Sagen und Ritterkult. Auch der verhasste König Richard III., besonders bekannt geworden aus Shakespeares Stück Henry V., hat hier Geschichte geschrieben. Es heißt, er habe seine Konkurrenten, die zwei Söhne seines verstorbenen Bruders und ehemaligen Königs Eduard IV. (somit seine einzige Konkurrenz auf den Thron), hier umbringen und verscharren lassen. Angeblich wurden die Gebeine bereits gefunden und bestattet, so ganz bewiesen ist das alles allerdings nicht. Auch die Kronjuwelen sind im Tower of London zu bestaunen.
Weiter geht es mit einem kleinen und feinen Museum in der Baker Street 221B, dem Zuhause vom wohl berühmtesten Detektiv der Welt: „The Sherlock Holmes Museum“. Dieses besuchten wir vor zwei Jahren, bei unserem dritten Aufenthalt in London. Der Andrang war groß, es wurde aber immer nur eine gewisse Anzahl an Besuchern hineingelassen. So mussten wir zwar etwas warten, aber als wir drinnen waren, gab es genug Platz, um sich alles in Ruhe anzusehen. Es sind mehrere Etagen in dem Haus, auf jeder gibt es etwas zu sehen. Holmes’ Wohnzimmer, in dem er mit Dr. Watson zusammen seine Klienten empfängt, oder auch die Schlafzimmer und das Bad. Hier ist man prompt im viktorianischen Zeitalter angekommen, im 19. Jahrhundert. Der Souvenir-Shop ist auch empfehlenswert. 😊
Ein weiteres tolles Museum ist das „London Museum Docklands“, an einem kleinen Hafen gelegen. Der Eintritt hier ist frei und die Ausstellung sehr unterhaltsam. Es gibt einiges über die Hafenarbeit um das Jahr 1900 zu lernen. Auch wird hier nichts beschönigt. Die Kolonialisierung und die Auswirkungen auf die jeweiligen Länder und die Bevölkerung werden genauestens erklärt. Was mir hier besonders gefiel, war ein lebensechter Nachbau der Straßen am Hafen, wie die Gassen und Spelunken rund um eben diesen um 1900 aussahen. Man kann durch die engen und verwinkelten Gassen streifen und Halt machen im Pub oder beim Händler. Alles dort lud zum Mitmachen ein, zum Erforschen und Verweilen. Zu guter Letzt möchte ich hier noch die „Westminster Abbey“ erwähnen, die riesige Kirche, die Eduard der Bekenner im Jahr 1050 in Auftrag gegeben hat, dessen heutiges Erscheinungsbild wir aber dem berüchtigten Heinrich III. zu verdanken haben (im Jahr 1269 wurde sie feierlich eingeweiht). Bis heute werden hier die Könige und Königinnen von England gekrönt. Die Abbey strotzt vor Geschichte. Viele Ehemalige fanden hier ihre letzte Ruhestätte: Elizabeth I., Eduard III. und auch Eduard der Bekenner selbst. Charles Darwin ruht dort ebenfalls sowie der Komponist Georg Friedrich Händel. Die Abbey ist traumhaft schön. Einen Blick auf den Krönungsstuhl aus dem Jahr 1300 und auf die wohl älteste noch existierende Holztür ganz Großbritanniens (1000 Jahre alt) konnten wir ebenfalls werfen. London ist voll von Geschichte, von alter und neuer. Es gibt Spuren der Römer, Unzähliges aus dem Mittelalter und auch die jüngste Geschichte ist vertreten. Wer mag, kann sich auf die Spuren Churchills machen oder den „Prinzessin-Diana-Gedenkbrunnen“ besuchen.
Londons Straßen
Das Herumstreifen in einer Stadt gehört für uns zu jedem Trip dazu. Nur von A nach B zu fahren, kommt für uns nicht in Frage. Um die Atmosphäre kennenzulernen, brauchen wir unsere Zeit in den Straßen, in den Gassen. Hier findet man die Menschen, die eine Stadt ausmachen: die Geschäftsleute, die Künstler/innen, die Eltern mit ihren Kindern, die schicke Businessdame und den geschäftigen Restaurantbesitzer, der eben seine Tische abwischt. In den Straßen vibriert das Leben, sie sind die Adern der Stadt. Wir hatten jedes Mal in London eine gute Unterkunft, von der aus wir alles fußläufig erreichen konnten (außer zu den Harry-Potter-Filmstudios, da muss man Bus und Bahn nehmen, und zum Sherlock Holmes Museum). Es muss auch nicht teuer sein. Wir wohnten in Hostels, auch dort gibt es Dreibettzimmer, so waren wir als Familie für uns. Von uns aus konnten wir zum Big Ben spazieren, das Viertel Westminster erkunden, an der Themse entlangtrödeln und in verschiedenen Parks entspannen. Nahe der Baker Street waren wir im „Regent’s Park“ und aßen dort Frühstück. Die Gänse, die dort am Wasser lebten, waren beinahe zahm, und so konnten wir sie beobachten, wie sie sich für den Tag hübsch gemacht haben.
Die Fleet Street, eine alte und bekannte Straße in London mit vielen Geschäften und geschichtsträchtigen Häusern, lud zum Schlendern ein. Ich erinnere mich noch, dass wir von der „Tower Bridge“ zurück auf dem Weg zu unserem Hostel waren und durch viele Straßen mit viktorianischen Häusern kamen. Sie waren alle typischerweise aus kleinen Backsteinen zusammengebaut und hatten ein großes Erkerfenster und einen kleinen, wirklich kleinen Vorgarten. Hätten dort keine Autos gestanden, wäre es wie eine Zeitreise gewesen. Das Stadtbild hat wirklich alles zu bieten: Völlig neu und modern neben einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Restaurants und Cafés überall, die typischen roten Telefonzellen und die roten Doppelstockbusse geben einem ein Gefühl von Tradition. London ist alles: schick, auch mal schmutzig, voll und dann wieder menschenleer in der nächsten Straße, modern und herrlich viktorianisch bis mittelalterlich, voller Tradition und ein Schmelztiegel der Kulturen. Das alles findet man in den Straßen.
Gleich um die Ecke
Wenn einem der Sinn nach Großstadt steht außerhalb des eigenen Landes, ist London natürlich wie dafür gemacht. Von Deutschland aus fliegt man nicht weit, selbst mit dem Auto oder der Bahn ist die Anreise möglich. In London selbst gibt es so viel zu sehen. Ich selbst möchte noch öfters hin. Ich kenne noch nicht das „British Museum“, das eine Sammlung von den Angelsachsen beherbergt. Die Stücke selbst sind um das Jahr 625 datiert worden und wurden im Jahr 1939 bei einer Ausgrabung gefunden. Der Schatz nennt sich „Sutton Hoo“, das heißt so viel wie: die Siedlung im Süden bei der spornartigen Landzunge (es gibt einen tollen Film dazu: „Die Ausgrabung“ aus dem Jahr 2021). Auch würde ich mir gerne die Überreste der Römer ansehen. Ich möchte noch durch viele Straßen streifen, ohne Ziel vor Augen, in leeren Kirchen landen und verschiedenes Streetfood probieren, kostenfreie Museen abklappern und mit der U-Bahn in entlegenere Bezirke fahren, um dort Neues zu entdecken, in uralte Pubs gehen und in Antiquariaten stöbern. London hat für mich alles, was eine Großstadt ausmacht. Immer eine Reise wert.

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