








Die dicken Jacken werden verstaut, die Übergangsjacken abgestaubt und die Turnschuhe fein gemacht. Im Café sitzt man jetzt wieder draußen und Blumen zaubern uns ein Lächeln ins Gesicht. Der Frühling erwacht und damit auch unsere Lebensgeister. Komm mit mir in eine Jahreszeit voller Energie! 😊
Das Erwachen der Blütenpracht
Der Frühling ist da. Vor allem sieht man es in der Natur, an den Kirschbäumen, Magnolien, Apfelbäumen, den Krokussen, den Osterglocken, alles blüht. Ich kann mich an der Blütenpracht gar nicht sattsehen. Die bunten Farben an jeder Ecke erwecken die Lebensgeister. Die Vögel kommen zurück. Die Stare flitzen über die Wiesen, die Störche kommen heim zu ihren Nestern, die anscheinend unzerstörbar sind, egal wie sehr es stürmt. In den Cafés werden jetzt Zitronencroissants angeboten, Frühlingsespresso und andere Köstlichkeiten, die nach Wärme schreien. Denn das kommt natürlich auch dazu, es wird wärmer. Die weltbekannten Übergangsjacken werden abgestaubt und übergeworfen. Die Menschen sitzen auf den Wiesen. Für mich sehen die meistens glücklich aus, so, als würde etwas Großes anstehen. Vielleicht etwas Neues. Für mich verkörpert der Frühling genau das, etwas Neues, ein Erwachen.
Balsam für die Seele
Es ist unglaublich beruhigend zu sehen, dass alles wieder von vorne beginnt. Egal wie lang und hart der Winter war, im Frühling gewinnt das kleine Gänseblümchen wieder die Oberhand und kämpft sich durch den Boden. Die Bienen und Hummeln sind zurück und gehen ihrem Business nach. Dieser Kreislauf des Lebens, des Entstehens und Vergehens, wird mir im Frühling und im Herbst immer am stärksten bewusst. Der Frühling steht hier für den Anfang. Die Natur hat in diesem Zeitraum eine friedliche Wirkung auf mich, alles ist richtig. Hier fühle ich mich sicher und geborgen. Bei meinen Spaziergängen verschwinden negative Gedanken und was bleibt, ist die Schönheit, ja ich würde fast sagen die Vollkommenheit. Dass die Natur so schöne Dinge erschaffen kann, die Flora und die Fauna und dass ich selbst ein Teil dieser Schönheit bin, wir alle sind es, stimmt mich dankbar. Das ist doch Balsam für die Seele, oder nicht? 😊 Besonders liebe ich zu dieser Jahreszeit die Vögel. Ich kann sie noch gut beobachten, da die Blätter an den Bäumen sie noch nicht verstecken. Sie singen und tanzen um die Wette. So ein Rotkehlchen singt wirklich sehr schön und sieht unglaublich drollig aus.
Neue Ideen und Trips in den Süden
Den Vibe des Erwachens spüre ich auch privat. Ich habe mehr Energie, bekomme Lust auf neue Dinge. Mehr Ausflüge ins Umland werden unternommen, die Picknickdecke rausgekramt und mit der Familie verschiedene Wiesen ausprobiert. Die Sonne setzt Glücksgefühle frei. Die vielfältige Lebendigkeit um mich herum wirkt sich auf mich direkt aus. Neue Ideen festigen sich vielleicht zu etwas Größerem, ich probiere mehr aus. Ich passe mich komplett dem Frühling an, bin selbst der Frühling. Das mag recht romantisch klingen, aber Romantik ist doch etwas Wunderbares. 😊
Ich war einmal im Frühling in Athen. Kurz vor der Abreise hörte ich noch in einem Park vier junge Männer miteinander darüber reden, dass ihnen Athen nicht gefiel, dort sei nichts grün und die Stadt staubig. Ich war gespannt, ob ich diesem Trupp zustimmen würde. Aber nein. Athen war herrlich im April. Zum einen noch nicht zu warm für lange Spaziergänge, zum anderen blühte es überall. Wir gingen ganz früh zu der antiken Agora, ein herrliches Gebiet, um antike Stätten zu besuchen. Wir waren fast allein dort und hatten Zeit, den Tempel des Hephaistos in Ruhe zu betrachten, einfach in der Sonne auf einer Bank zu sitzen, die Blüte der Bäume zu genießen und die Elstern zu beobachten, die in Athen durchweg zahmer waren als in Deutschland. Dieser Morgen war traumhaft und ich kann Trips dieser Art in Regionen, die für ihr heißes Klima bekannt sind, im Frühling sehr empfehlen. Es ist bereits T-Shirt-Wetter, die Hitze lässt aber noch auf sich warten.
Frühlingslektüre mit Jim Hawkins und Julius Cäsar
Im Frühling lese ich neben Romanen, die zu dieser Jahreszeit spielen, auch gerne Biografien. Vielleicht weil mich die verschiedenen Persönlichkeiten zu dieser Jahreszeit am meisten faszinieren bzw. mich anspornen. Aber auch Romane, die auf Tatsachen beruhen, wie „Kampf der Könige“ von Dan Jones, spielend im mittelalterlichen England zur Zeit von Richard Löwenherz und seiner Familie. Oder „Rom bin ich“ von Santiago Posteguillo, spielend zur Zeit Julius Cäsars und seiner Familie. Ich nehme mir hier einfach die Zeit für diese großen Geschichten der Menschheit. Für die Könige und Königinnen, für das antike Rom, einfach dafür, unsere Welt heute etwas besser zu verstehen. Denn auf diesen Geschichten fußt unsere heutige Gesellschaft. Aber auch die Abenteuerromane dürfen nicht zu kurz kommen. Sei es „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson oder „Die vergessene Welt“ von Sir Arthur Conan Doyle. Entdecken ist hier Pflicht, „Raus und machen“ die Parole. Und das Beste ist, ich kann wieder länger draußen sitzen und lesen. Auch im Winter sitze ich an meinen Lieblingsplätzen an der frischen Luft und verweile dort mit meinem Kindle, aber nicht so lange, denn es wird doch irgendwann zu kalt. Im Frühling kann ich wieder lange am See sitzen, im Park oder auf der Wiese. Am Wochenende nehme ich mir dann gerne am Morgen meine kleine Thermoskanne und fülle sie mit einem heißen Matcha, gehe zum Bach um die Ecke und lese dort als Teil meiner Morgenroutine. Die Jahreszeiten sind für mich auch dazu da, tägliche Gewohnheiten entsprechend anzupassen.
Raus, raus und nochmals raus
Ich denke, es gibt wohl kaum jemanden, der den Frühling nicht mag. Vielleicht die Allergiker, die mit den Pollen zu tun haben. Was mir immer besonders leid tut. Aber sonst sehe ich hauptsächlich glückliche Menschen. Es ist die Zeit, der Natur mehr Aufmerksamkeit zu schenken, mehr draußen zu sein, den Vögeln zu lauschen. Eventuell einen Trip in den Süden zu machen und bereits mit der kurzen Hose loszuziehen. Die Zeit, Ideen zu entwickeln oder einfach nur den Draußen-Hobbys freien Lauf zu lassen, wie Tischtennis spielen, Fußball oder Basketball. Zu picknicken, am See zu lesen oder auf der Parkbank. Entdecker zu sein, sei es auch nur im Abenteuerroman, denn jede Reise dort kann in unserem Kopf zu unserer eigenen werden. Ich liebe den Frühling für das Erwachen nach einem langen und entspannten Schlaf. Dafür, dass er mich anspornt und mir Energie schenkt. Ich denke, der einen oder dem anderen da draußen geht es genauso. 😊 Alle, wie sie mögen.

Schreibe einen Kommentar