
Das Essen im Urlaub schmeckt immer so lecker? Der Cocktail ist das Highlight am abendlichen Strand? Und zu Hause können wir diese Gaumenfreuden nicht mehr genießen? Doch! Nehmt eure Köstlichkeiten mit und beeinflusst euren Alltag nachhaltig mit Nachkochen, Backen und Neuinterpretieren. Erlebt das kulinarische Urlaubsfeeling immer und immer wieder.
Eine Fortbildung in Kulinarik
Wenn ich eines ganz besonders liebe am Leben, dann sind es die Gaumenfreuden. Ohne sie wäre doch einiges viel trauriger. Fast alle kennen die Vorfreude auf ein bestimmtes Getränk am Morgen, das Lieblingsessen zu Hause oder im Restaurant, die Freude im Sommer auf Eis, im Winter auf den Glühwein. Und wenn wir im Urlaub sind oder einfach nur für ein Wochenende in der nächsten Stadt, dann freuen wir uns auch auf das Essengehen vor Ort. Denn bereits die nächste Stadt kann schon eine typische regionale Spezialität beherbergen, die bei uns nicht bekannt ist. Darum empfinde ich das Reisen schon immer auch als eine Fortbildung, was die Kulinarik angeht. Eine Reise ist für alle Sinne da, auch für den Gaumen ein Erlebnis. Hier möchte ich jetzt auf ein paar für mich nachhaltige Gaumenfreuden aus meinen Urlauben und Kurztrips eingehen, die mir bis heute geschmackliche Freuden schenken und die ich ohne meine Reisen wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte. Ich neige nämlich dazu, wenn mir etwas gut schmeckt, es zu Hause nachzumachen, so gut es eben geht. Und meistens ist es ein voller Erfolg, und die Reise begleitet mich weiterhin durch meinen Alltag, immer dann, wenn ich den Kochlöffel schwinge. 😊
Regelmäßig in dem kleinen Restaurant in Tokyo zu Gast
Eines meiner liebsten kulinarischen Mitbringsel aus dem Urlaub ist Okonomiyaki, eine Art Pfannkuchen aus Kohl und anderem Gemüse mit herzhafter Soße aus Japan. Uns war klar, dass wir in Japan viel verschiedenes Essen ausprobieren wollen, da mein Mann, meine Tochter und ich der japanischen Küche gegenüber sehr wohlgesinnt sind. Nun einmal authentisch japanisch zu essen, das war etwas, worauf wir uns alle freuten. Wir aßen fantastische Ramen (eine japanische Nudelsuppe – die Basis der Brühe ist von Restaurant zu Restaurant anders) in Tokyo, leckere Onigiri (Reisbällchen) in Kyoto, und selbst der Burger in Kumano, einer kleinen Stadt an der Küste, war äußerst schmackhaft. Das Beste für mich war aber Okonomiyaki. Mein Mann suchte nach einer uns bisher unbekannten Spezialität in der Nähe unserer Unterkunft in Tokyo und stieß auf ein kleines Restaurant. Dort angekommen, wurden wir zu einem Tisch weiter hinten geführt, an dem wir unsere Schuhe ausziehen sollten und ziemlich nah am Boden platziert wurden, auf einer nur leicht erhöhten Bank. Okonomiyaki war die Spezialität des Hauses, und wir drei hatten keine Ahnung, was uns erwartet. Eine scheinbar endlose Schlange an verschiedenen Varianten gab es. Als mein Okonomiyaki kam, duftete dieser bereits ausgesprochen gut, und ich konnte es gar nicht abwarten zu probieren. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Textur war fluffig und weich zugleich, die Soße würzig und cremig, das viele Gemüse darin lecker. Ich wusste, ich werde Okonomiyaki zu Hause nachmachen. Und das tat ich. Bis heute gibt es bei mir regelmäßig den gesunden und zugleich reichhaltigen Pfannkuchen. Es waren einige Versuche nötig, das richtige Rezept zu finden und dieses dann anzupassen, bis es mir schmeckt. Wenn ich Okonomiyaki esse, bin ich immer wieder ganz kurz dort, in dem kleinen Restaurant in Tokyo, spüre wieder die Vorfreude auf etwas Neues, obwohl ich das Gericht ja mittlerweile oft gegessen habe. Das Gefühl aber bleibt. Ich richte ihn mir immer mit viel Mühe an und genieße ihn in vollen Zügen.
Wiener Flair am Küchentisch
Ein weiteres Highlight war für mich die Mozarttorte in Wien. Wenn man schon einmal in Wien ist, dann wird es kalorienreich: Schlagobers auf dem Kaffee und cremige Torten. Natürlich wollte ich wieder etwas Regionales probieren. Es gab Sachertorte und Kaffeekreationen, aber die Mozarttorte hatte es mir angetan. Mein Papa und ich entdeckten die Torte im Schaufenster einer Konditorei und bestellten beide jeweils ein Stück. Voll mit Nougat und Pistazien und Marzipan – eine Bombe, das gebe ich zu, aber eine schmackhafte. 😊 Zu Hause angekommen, wollte ich diese leckere Torte nicht missen und eine Reise durch das Internet zwecks Rezeptsuche stand an. Es gibt so viele verschiedene Variationen, und jede/r muss schauen, was am besten gefällt. Ich hatte Glück, mein erster Backversuch gefiel mir sehr gut, und der Geschmack überzeugte uns alle. Das Stück Mozarttorte esse ich am liebsten mit einer heißen Schokolade und einem Klecks Kokossahne. Wenn schon, denn schon. Gleich wird ein Wiener Flair verströmt, auch am Küchentisch zu Hause. Die Torte ist recht umfangreich in der Herstellung und kommt nicht allzu oft auf den Tisch. Da ich mit meinem Papa in Wien war, erinnert sie mich auch immer gleich an ihn und macht mich doppelt glücklich.
Mit wenig Zutaten mal eben nach Sardinien
Ich bin ein großer Pasta-Fan. Als wir auf Sardinien waren, in Pittulongu, einer kleinen Stadt nahe Olbia, genoss ich die unwahrscheinlich authentische Küche. Es gab dort keine Bolognese oder Carbonara auf den Speisekarten, die seien nicht typisch für die Gegend, erklärte uns eine freundliche Kellnerin, als wir aus Neugierde nachfragten. Hier schmeckte alles „echt“, als wären die Tomaten eben frisch geerntet worden. An einem warmen Sommerabend schlenderten wir etwas außerhalb am Meer entlang und entdeckten ein Restaurant, wo wir schön draußen sitzen konnten, mit Meerblick. Ich bestellte eine einfache Pasta-Kreation: Spaghetti mit einer Tomatensoße aus gelben Tomaten, Olivenöl, Knoblauch und verschiedenen Kräutern. An diesem Abend war ich besonders glücklich und zufrieden und durchsuchte mein Gericht akribisch nach den Zutaten. Ich schrieb sie mir auf. Zu Hause wurde ausprobiert, bis ich zufrieden war. Es überraschte mich, dass ich nicht viele Zutaten brauchte, um so ein herrliches, fruchtiges, aromatisches Pasta-Gericht zu kreieren. Natürlich kann ich hier nicht alle Zutaten authentisch kaufen, aber ich bekomme auch gute Dinge hier, und mein Essen schmeckt mir vorzüglich. Im Sommer ist die beste Zeit für mich, dieses Gericht wieder aufleben zu lassen. Und nicht nur das: Jeden Sommer bin ich zu Hause dann auch mal wieder ganz kurz auf Sardinien.
Scones, Lebkuchen und Matcha Latte
Ich hatte wahrhaft viele Ereignisse dieser Art, so viel probiert und so viel zu Hause nachgemacht. Scones aus England zum Beispiel, ein Gebäck, das traditionell zum Tee gegessen wird, mit Clotted Cream und Marmelade. Zu Hause serviere ich sie gerne am Wochenende zum Frühstück, dann wird es zu etwas Besonderem am Morgen. Dazu trinke ich Yorkshire Tea und denke wieder an die Schafe, die auf den englischen Weiden stehen. Sonnenblumenkernmus lernte ich in Detroit kennen. Es klang interessant, und zu Hause orderte ich es per Internet. Es schmeckt hervorragend auf dem Brötchen oder über dem Müsli. In Nürnberg entdeckten wir furchtbar leckere Lebkuchen, kein Wunder in Nürnberg. Wir waren so begeistert, dass wir einiges mitnahmen und unglaublich froh, als wir erfuhren, dass der Lebkuchen zur Weihnachtszeit in der Nähe von uns daheim an einem Stand verkauft wird. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit koste ich nun ein Stück Nürnberg, zu Hause gerne mit einem Kinderpunsch dazu. Apropos Getränke: Mein liebstes Heißgetränk, der Matcha Latte, erfuhr einige Upgrades in Tokyo, als ich ihn dort in einem Laden mit Chai zusammen probierte. Übrigens geht es meinem Mann genauso, und seine Ramen und seine Pizza werden immer besser. 😊
Probiert etwas Regionales und nehmt es mit nach Hause
Auf jeder Reise gibt es etwas zu probieren, überall kann uns etwas besonders gut schmecken. Ich möchte euch einen kleinen Tipp geben für die nächste Reise: Probiert etwas Regionales, Authentisches. So lernt ihr die Gegend noch besser kennen. Und wenn es geschmeckt hat, prägt euch den Moment ein. Was fühlt ihr? Wie ist das Wetter, die Umgebung, wie die Menschen um euch? Es gibt keinen Grund, dies als einmalige Urlaubserfahrung abzuhaken, wir können diese Köstlichkeiten zu Hause machen oder in einem Restaurant etwas Ähnliches bestellen. Ich habe schon ein paar Mal im Restaurant Okonomiyaki gegessen, besonders lecker in der Immermannstraße in Düsseldorf. Little Japan von Deutschland, wenn man so will. Das Essen ruft unsere Erinnerungen wach und macht sie wieder lebendig. Der Urlaub geht auf diese Weise nie zu Ende. 😊 Und wir genießen unseren Alltag vielleicht noch ein kleines Stück mehr.

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