




Wenn der Urlaub endet und der Alltag wieder beginnt, ist das kein Grund zum Trübsalblasen. Vielmehr können wir uns großartige Souvenirs mitbringen und in unserem Umfeld so integrieren, dass der Urlaub ein steter Begleiter wird und uns tagtäglich mit einem Lächeln versorgt. So bleiben die Erinnerungen immer lebendig.
Nicht nur „Tinnef“
Reisen ist immer etwas Besonderes, Neues entdecken immer ein Abenteuer. Viele Menschen fühlen sich am Ende einer Reise oft traurig, etwas ist vorbei und der Alltag wartet wieder auf sie. Das muss aber nicht so sein. Abgesehen von den Erinnerungen, die uns niemand mehr nehmen kann, können wir auch gezielt Dinge mitnehmen, auf die ich in dieser dreiteiligen Serie näher eingehen möchte. Im ersten Teil, Souvenirs, gehe ich auf die kommerziellen Dinge ein, die oft verteufelt oder als „Tinnef“ abgestempelt werden. Ich denke, das kommt darauf an, wie wir unsere Souvenirs aussuchen und was sie uns letztendlich bedeuten und vor allem, wie sie unseren Alltag, unser Leben, nachhaltig bereichern können.
Fotos nicht nur auf dem Smartphone anschauen
Kommen wir zum einfachsten Souvenir, das kaum etwas kostet: die guten alten Fotos. Wir alle haben doch unser Smartphone dabei, andere vielleicht sogar eine professionelle Kamera. Das Schöne hierbei ist, dass wir ganz gezielt Motive aussuchen können, die uns gefallen und nicht von Postkartenmotiven abhängig sind. Von uns oder unseren Liebsten schießen wir alle sicher einige Fotos im Alltag, aber wie wäre es einmal mit einem Foto von einer besonders schönen Straße? In Bamburgh, einer kleinen Gemeinschaft an der Ostküste Englands in Northumberland, entdeckte ich eine herrliche Straße: die Church Street, mitten im Sommer, mit Rosensträuchern und Margeriten gesäumt und alten Cottages im Hintergrund. Das Foto druckte ich aus und rahmte es prompt ein, es hängt nun zu Hause über meinem Arbeitsplatz und trifft genau meinen Geschmack von Ästhetik. Oder wie wäre es mit einem Sherlock-Holmes-Teddybären? Diesen entdeckten wir im Sherlock Holmes Museum in London. Er saß dort in voller Montur, mit Hut und Pfeife auf einem Sessel. Wir suchten einen passenden Bilderrahmen dazu aus, mit Tatzen am Rand, und nun macht er uns täglich glücklich mit seinem Antlitz. Fotos sind etwas Tolles und drücken die Persönlichkeit sehr gut aus. Ich bin ein großer Fan davon.
Die Teedose, die Erinnerungen weckt
Das nächste Souvenir ist das Nützliche, so würde ich es jetzt einfach einmal beschreiben. Da frage ich mich gezielt im Urlaub: Was brauche ich denn eigentlich? Und manchmal fällt mir tatsächlich etwas ein. In Tokio, im Stadtteil Yanaka, wo alles etwas gemächlicher vor sich geht, landeten wir in einem Keramik- und Teegeschäft. Zwischen all den wunderschönen, handgefertigten Waren entdeckte ich eine Teedose ganz nach meinem Geschmack. Damals war ich noch dabei, meine Matcha-Utensilien zusammenzustellen, und die Teedose kam da gerade zur richtigen Zeit. Die Katze darauf ist selbst gerade dabei, ihren Tee zu genießen, zusammen mit einer japanischen Süßigkeit, den Hanami Dango. Die Aufschrift lautet so viel wie: „Ich trinke Tee“. Mein Matcha hat in dieser Dose sein Heim gefunden und sie macht sich für meinen Geschmack großartig im Teeregal. Ich war eh im Begriff, mir eine Teedose zu besorgen, dass ich diese jetzt in Tokio bekommen habe, macht es umso schöner. Jedes Mal, wenn ich die Dose öffne und an dem herrlich grünen Matchapulver rieche, strömen alle Erinnerungen auf mich ein. Wie ich durch die Straßen Tokios schlenderte, wie ich mich da fühlte, voller Neugierde und Erwartung. So ist jeder Matcha für mich eine Art Erlebnis.
Der Märchenzauber von Rothenburg ob der Tauber
Natürlich kaufen wir im Urlaub auch Dinge, die wir nicht unbedingt brauchen, es ginge auch ohne sie. Aber auch diese Dinge können gezielt ausgesucht werden und uns nachhaltig Freude bescheren. In Rothenburg ob der Tauber waren wir im Käthe-Wohlfahrt-Geschäft, das Flaggschiff aller Käthe-Läden und definitiv ein Highlight. Der Laden ist riesig, zig Weihnachtswelten sind dort aufgebaut und Tannenbäume sind mit viel Liebe geschmückt. Eine Augenweide. Wir beschlossen, Schmuck für unseren Baum zu kaufen. Wir hatten an sich genug Schmuck, aber das gemeinsame Auswählen neuen Schmucks hat sehr viel Spaß gemacht. Wir waren zu dritt im Laden und jeder durfte sich ein Teil aussuchen. Es dauerte länger als ursprünglich gedacht, wir alle machten uns Gedanken, was gut passen könnte und was uns besonders gut gefällt. Bei mir wurde es dann ein Teddy, der auf Büchern sitzt, passend für mich. Es war ein sehr persönlicher Kauf und diese drei Teile bekommen jedes Jahr einen besonderen Platz am Baum. Sobald ich den Schmuckanhänger sehe, summe ich das Lied: „In Rothenburg ob der Tauber, da gibt’s noch Märchenzauber …“ Und das stimmt. Dieser Zauber hält jedes Jahr wieder Einzug bei uns.
Seine Freude teilen
Ein weiteres schönes Souvenir ist jenes, das wir für andere mitbringen. Aus Detroit, an der Grenze zu Kanada in den USA, wollte ich unbedingt etwas für meine Freundinnen mitbringen. Dieser Urlaub war damals etwas ganz Besonderes für uns und ich wollte meine Freude darüber teilen. Nach ein paar Tagen in Detroit bemerkten wir, dass der Mannschaftssport dort sehr wichtig für die Einheimischen ist. Es gibt wunderschöne Stadien, alle recht nah beieinander. Ich beschloss, für uns ein kleines Plüschtier mitzunehmen, das einen Baseballspieler der „Detroit Tigers“ verkörpert. Ich kaufte also einen Schwung davon und die Verkäuferin musste grinsen, als sie diese in eine Tüte packte. Wenn ich heute meine Freundinnen besuche und das kleine Plüschtier dort sitzen sehe, dann erfreue ich mich immer noch daran. Es ist ein Wink an mich, eine wunderbare Erinnerung. Natürlich haben sich auch meine Freundinnen darüber gefreut 😊.
Wir entscheiden, was die Dinge uns bedeuten
Kommerzielle Souvenirs, Dinge, die wir uns hinstellen, an die Wand hängen oder tagtäglich benutzen, können uns noch lange Zeit nach unserem Urlaub, sogar für immer, ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sie erinnern und begleiten uns. Der Urlaub ist somit im Alltag präsent und versüßt uns diesen. Der Urlaub ist eine tolle Möglichkeit, sich mit etwas zu versorgen, das man ohnehin braucht. Oder eben einfach, um seinen sogenannten „Tinnef“ zu erweitern. Solange der Tinnef gut ausgewählt ist, wieso nicht? Die Dinge haben immer den Wert, den wir ihnen zuschreiben. Wenn sie uns wichtig sind, genügt es vollkommen. Wenn sie uns glücklich machen, haben wir alles richtig gemacht. Schaut euch doch einmal um. Was habt ihr von der letzten Reise mitgebracht? Was bedeutet es euch? Gibt es da noch ein Foto, das ihr ausdrucken wolltet und euch an den Arbeitsplatz oder in die Küche hängen wolltet? Oder macht euch Gedanken über euren nächsten Urlaub. Gibt es etwas, das diese Reiseregion auszeichnet? Gibt es da etwas, das ihr braucht, und dort wäre genau der richtige Ort, dies zu besorgen? Ein eigener Spaghettiteller, made in Italy zum Beispiel? Solange ihr die Dinge genießen könnt: wunderbar. Alle, wie sie mögen. 😊

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