








Ich liebe es, in Cafés zu gehen, in bekannte und unbekannte. Doch nicht immer habe ich die Zeit dazu. Deswegen muss ich aber nicht auf meinen Cafémoment verzichten. Nach und nach kreierte ich mir meine Lieblingsgetränke und Speisen dazu selbst und das ist garantiert mit Liebe gemacht❤️Probiert es aus!
Zu Hause den eigenen Vibe genießen
Cafés sind etwas Wunderbares. Mal abgesehen davon, dass wir dort (hoffentlich) schmackhafte Kuchen, Torten, Kekse, herzhafte Snacks und allerlei Getränkevariationen bekommen, liefern Cafés ein gewisses Ambiente. Es gibt sie in rustikal, verspielt, nüchtern, modern, Retro und noch in so vielen anderen Formen. Meistens sind sie vor allem eins: Ausdruck einer Persönlichkeit, das Ergebnis eines Konzeptes. Wenn ich in meinem Lieblingscafé sitze, spüre ich, was das Konzept mit sich bringt. Den sogenannten Vibe. Er sagt: Nimm dir deine Zeit, in Ruhe und Gemütlichkeit. Es geht lässig vor sich, auch die Gäste strahlen durchweg Entspanntheit aus. Wir alle kommen immer wieder, manche täglich. Die meisten sitzen für sich, trinken ihr Getränk, den Blick ins Buch gerichtet oder in die Zeitung. Einige arbeiten am Laptop. Am Nachmittag treffen sich Studenten/innen und breiten ihre Arbeitsmaterialien aus. Die Atmosphäre hat etwas Kreatives und dabei etwas Losgelöstes an sich. Ich selbst schreibe hier am liebsten meine Artikel. Ein rhythmisches Gemurmel erfüllt den Raum, nie zu laut. Die Sonne strahlt herein und jede/r scheint mit sich zufrieden zu sein. Jede und jeder nimmt sich gerade Zeit für sich, vor der Arbeit, zwischendurch, nach der Arbeit, am freien Tag. Wenn das schon in einem Café so schön ist, wie ist es dann erst zu Hause? Wo wir komplett in unserem Vibe sind und diesen genießen können.
Kekse zum Frühstück
Da ich ein Genussmensch bin und mir schon immer gerne die Dinge auch nur für mich allein schön gestalte, wollte ich diesen Cafémoment auch in meinen eigenen vier Wänden erleben. Diese Zeit, wo ich mir mein Buch schnappe, etwas Leckeres dazu trinke oder auch esse. Nicht jeden Tag kann ich ins Café und das möchte ich auch gar nicht. Mein Heimcafé ist mir sogar das liebste von allen Cafés. Der genaue Standort variiert, mal am Fenster in der Küche, mal im Schlafzimmer bei offenem Fenster auf einem Holzklappstuhl. Und nicht nur der Platz variiert, auch die Auswahl meiner Gaumenfreuden. Ich überlegte mir, was ich in Cafés am liebsten esse/trinke und zu welcher Zeit ich das gern tue und setzte das dann zu Hause um. Besonders gerne sitze ich früh morgens im Café bei einem leckeren Getränk und einer Kleinigkeit zu essen. Das Frühstück sollte ausgewogen und so weiter sein, schon klar. Ist es ja auch, aber das muss es nicht im Café sein und auch nicht, wenn ich meinen Cafémoment zu Hause habe. 😊 Dann gibt es Welsh Cakes, eine walisische Spezialität, eine Mischung aus Pfannkuchen und Keks, mit Puderzucker oder Nusscreme, oder es gibt Matcha-Kekse. Warum auch nicht? Wenn ich Lust auf etwas Herzhaftes habe, mache ich mir Okonomiyaki, einen japanischen Pfannkuchen aus Kohl, anderem Gemüse nach Belieben, einer herzhaften Soße und Mayonnaise. Danach bin ich meistens bis zum frühen Abend satt. Eine besondere Bedeutung spielt für mich das Getränk, das nie fehlen darf. Es geht auch ohne Essen im Heimcafé, aber niemals ohne Getränk!
Nicht ohne mein Getränk
Ich probiere wahnsinnig gerne Neues aus. In verschiedenen Richtungen. Und Getränke spielen da ganz oben mit. Vor einigen Jahren stieß ich durch eine Köchin, die als Geburtstagsgeschenk zu uns nach Hause kam, um mit uns Japanisch zu kochen, auf Matcha. In ihrem Kochbuch, das es auch noch geschenkt gab, fand ich ein Keksrezept mit dem japanischen Grünteepulver und war interessiert. Es war der Auftakt zu einer regelrechten Matcha-Reise. Ich bestellte mich durchs Internet, einige Versuche waren nötig, um den richtigen Matcha und das richtige Rezept für mich zu finden. Doch damit nicht genug. Als ich das für mich beste Rezept fand, ich trinke den Matcha gerne als Latte mit Hafermilch, wusste ich, ganz mir selbst treu bleibend, dass es immer auch noch anders geht. Ich lerne ja nie aus. 😊 Der Matcha wurde je nach Laune und Jahreszeit angepasst. Im Sommer mit Kokosmilch oder kalt mit Erdbeeren, im Winter mit Zimt oder Kardamom. Und was für den Matcha gilt, gilt auch für alles andere.
Es gibt immer Neues zu entdecken in den Cafés da draußen und im Heimcafé. Draußen hole ich mir Inspiration und zu Hause tobe ich mich aus. Ich stieß auf einen ausgezeichneten Chai Latte und kaufte mir kurzerhand das Produkt, da ich die Mischung direkt im Café erwerben konnte. Und wie wäre es mit einem schwarzen Sesam-Latte? Die Cremigkeit überzeugte mich und ich probierte zu Hause so lange herum, bis er mir gelang. Die schwarze Sesampaste musste ich im Internet bestellen, sicher tut es auch die helle aus dem Supermarkt, geschmacklich sehr ähnlich. Weiter ging es mit Tee, vor allem schwarzem Tee. Da ich gerne die Getränke mit Hafermilch oder anderen Milchsorten verfeinere, wollte ich auch hier mehr ausprobieren. In Großbritannien stieß ich auf den Yorkshire Tea, einen kräftigen Schwarztee. Mit einem Schluck Milch getrunken, ist es ja schon „very british“. Ich sah mich ein wenig im Internet um und stieß auf den London Fog, der mit Earl Grey Tea, etwas Vanillesirup und einer Milchhaube serviert wird. Mit ein paar Abwandlungen kreierte ich meinen Yorkshire Fog. 😊 Ein weiterer wunderbarer Tee ist der Hojicha, ein japanischer Grüntee, der mit seinen Röstaromen für Abwechslung sorgt. Mit einem Schuss Milch wird dieser zum Hojicha Latte, was mir natürlich besonders gut schmeckt. Und als Jahreszeitenfan möchte ich noch anmerken, das der Kürbis Latte hervorragend in den Herbst passt. Ich nehme dafür richtiges Kürbispüree. 😉
Die richtigen Utensilien für den letzten Schliff
Um dem Ganzen den letzten Schliff zu geben, sorge ich immer für das richtige Anrichten. Man braucht da kein Arsenal an Geschirr und Besteck. Man kann eh nur von einem Teller essen und aus einer Tasse trinken. Ich habe meine Matcha-Schale, die ich mit besonderer Auswahl ausgesucht habe, handgefertigt von einer lokalen Künstlerin. Eine Schale reicht mir. Dann gibt es noch eine Handvoll Tassen, und je nach Laune wähle ich eine für den Sesam-Latte, die Tees oder auch heiße Schokolade aus, die im Winter mit Marshmallows und verschiedenen Gewürzen aufgepeppt wird. Ich habe mir von eBay Kleinanzeigen ein paar englische Vintage-Teller besorgt, auf denen ich gerne meine Speisen dafür anrichte. Benutzen tue ich einen original japanischen Hashioki, einen kleinen Halter für meine Stäbchen, wenn ich Okonomiyaki esse, einfach weil es niedlich aussieht und ich mich darüber freue. Sitze ich im Schlafzimmer auf meinem Klappstuhl, richte ich alles auf einem großen Holztablett an und stelle es mir auf den Schoß. Dazu mein Buch und ich bin glücklich. Die Art, wie wir die Dinge zubereiten, wie wir sie für uns selbst herrichten, ist ausschlaggebend für unser Wohlbefinden, zumindest ist es bei mir so. Ich tue das für mich, ich bin mir wichtig genug, um mir die Zeit dafür zu nehmen.
Wertvolle Zeit genießen im Heimcafé
Jede/r hat seinen/ihren eigenen Geschmack. Ich mag eine Mischung aus Vintage, verspielt und niedlich. Ich mag Dinge, die mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sich diese Zeit zu nehmen, sei es an einem freien Tag oder vor/nach der Arbeit, ist etwas ganz Besonderes. Auch wenn es nur 1x im Monat ist, das spielt keine Rolle. Ich lese mein Buch nicht zwischen Tür und Angel, ich stürze mein Getränk nicht herunter und bin dabei völlig abgelenkt. Ich tue dies bewusst. Genieße jeden Schluck, jeden Bissen, jede Seite. Meistens dauert das Prozedere 30–45 Minuten. Die Vorbereitung nicht einberechnet. Diese Minuten sind sehr intensiv und wertvoll. Sie stärken meinen Fokus und bringen mich immer ins Hier und Jetzt. Die Atmosphäre ist natürlich eine völlig andere als im Café auswärts. Kein angenehmes Gemurmel, sanftes Gewusel, leise Musik. Es ist meine ganz eigene Atmosphäre, mit Vogelgezwitscher oder Regenprasseln im Hintergrund. Allen, die gerne ins Café gehen, kann ich raten, das Heimcafé einzuführen. Mit den liebsten Leckerbissen und den liebsten Getränken. Natürlich funktioniert das ganze Prinzip des Heimcafés auch mit der Familie oder mit Freunden, da kann man dann gemeinsam die Tafel hübsch herrichten. Mir geht es in diesem Fall aber darum, das Schöne auch für mich allein zu tun. Also überlegt einmal, was euch bei eurem Cafébesuch besonders gut gefällt. Die cremige Sahnehaube? Die Prise Zimt? Das kleine Obsttörtchen? Das schmackhafte Sandwich? Nehmt diese Inspiration und kreiert etwas Eigenes daraus. Schnappt euch euren Lieblingsteller, eure Lieblingstasse, ein Buch oder etwas anderes (manche häkeln im Café oder schauen aus dem Fenster) und genießt euer Heimcafé. 😊

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